Partnerschaftsförderverein

 

Viele erinnern sich vielleicht noch an die Fahrt des Musikvereins nach Contrèxeville.

Schon damals kam die Idee auf auch einmal nach Wales in die zweite Partnergemeinde Bad Rappenaus zu fahren und dort ein Stück badisch-musikalische Kultur zu verbreiten. Diese Idee wurde nun, nach einem Jahr voller Planung, Organisation und Schriftverkehr in die Tat umgesetzt. Die Vorfreude stand daher jedem im Gesicht, als am Freitag, den 07. August um 18:30 Uhr, endlich der Bus mit 52 Musikerinnen und Musiker der Musikvereine aus Grombach, Bad Rappenau, Kirchardt, Ehrstädt und Biberach, Mitgliedern des Partnerschaftsfördervereins und Angehörigen der Musiker losfuhr. Beladen waren wir nicht  nur mit Gepäck und Instrumenten, sondern auch mit zahlreichen Dosen Wurst, 13 Kilo Brot und anderen Köstlichkeiten, aber dazu später mehr!

Da, neben Personen und Essen, auch Rosen als Gastgeschenke transportiert wurden, konnte man die Bordtoilette auf der Hinfahrt nicht benutzen, was aber keinerlei Schwierigkeiten verursachte, da wir mit dem Bus alle zwei Stunden eine kurze Pause einlegten. Kulinarisch wurden wir von den Damen des Partnerschaftsfördervereins verwöhnt, die bordserviceartig im Fünf-Minuten-Takt Häppchen, Gemüse und Kuchen auf Silbertabletten servierten. Auch die Binokelfreunde erfreute dies sehr, da zum Wein so auch Essen geboten wurde, auch wenn sie dafür immer wieder die leider noch nicht patentierte Tischkonstruktion abbauen mussten.

Gruppenbild vor dem Windsor Castle

Unsere Reisegruppe vor dem Windsor Castle am Samstag morgen.

Spät in der Nacht erreichte man schließlich den Eurotunnel, an dem jeder noch einmal aufstehen durfte um die obligatorische Passkontrolle zu durchlaufen. Wenig später war sie dann erreicht die britische Insel, sodass man nun ein üppiges Frühstück nahe der Burg Windsor zu sich nehmen konnte. Gestärkt fuhren wir weiter Richtung Wales und erreichten das grüne Land schließlich über die neue Severn Bridge.

Da noch genügend Zeit an diesem Samstagmittag, bis zur geplanten Ankunft in Llandrindod übrig war, entschlossen wir uns, nach einer kurzen Abstimmung, das Elan Valley zu durchfahren. Die malerische Landschaft von Wales zeigte sich hier zum ersten Mal in voller Pracht. An mehreren Stauseen vorbei, fuhren wir auf einer sehr sehr schmalen Straße durch das Tal und sahen beeindruckende Staumauern und viele Schafe. Beeindruckend war nicht nur die Landschaft, sondern auch die Leistung unserer Busfahrer, die die Serpentinen mit Bravour meisterten und den Bus sicher durch die zahlreichen Engstellen manövrierten.

Schließlich kamen wir dann aber, auch zur großen Erleichterung von Rob Shelton, dem Vorsitzenden des Partnerschaftsfördervereins in Llandrindod, wohlbehalten und ohne Zwischenfälle am Golfclub in Llandrindod an.

Hier erwarteten uns bereits unsere Gasteltern bei Tee und traditionellen „Welsh Cakes“, die vielen sehr zusagten.

Nach einer kurzen Ansprache und Danksagungen von Rob und Dominik zogen wir los unser Gepäck in den Fahrzeugen unserer Gasteltern zu verstauen und mit Ihnen unsere Quartiere für die nächsten 4 Tage zu beziehen.

Am Abend hieß es für die meisten von uns: Essen und Ausruhen nach der langen, harten Fahrt. Mehrere Gastfamilien versammelten sich aber auch im Garten der Gasteltern unseres Musikers Nils Appenzeller zu einer Gartenparty. Auf dem Anwesen und in dem traditionellen, walisischen Langhaus feierten mehr als 20 Musikerinnen, Musiker mit ihren Gasteltern unsere Ankunft.

Am Sonntag ging es nach leckerem Frühstück schon sehr früh los. Um 8:30 Uhr fuhren wir am See in Llandrindod ab, nachdem alle Musiker aus den außerhalb gelegenen Orten eingesammelt worden waren. Das Ziel war Tenby, eine Stadt direkt am Atlantik, die ein beliebtes Touristenziel ist, wo wir unseren ersten Auftritt auf walisischem Boden spielen sollten.

Allerdings machten uns die walisischen Behörden erstmal einen Strich durch die Rechnung indem sie unsere geplante Route durch eine Straßensperrung zunichtemachte. Wir mussten daher einen Umweg in Kauf nehmen, der uns etwa eine Stunde kostete.

Gruppenbild beim Auftritt auf dem Vorplatz der Kirche von Tenby

Das Orchester beim Auftritt auf dem Vorplatz der Kirche von Tenby.

Schließlich erreichten wir Tenby und spielten – entgegen der Planung – vor der St. Mary’s Church mitten in der Stadt, anstatt in dem Band-Stand an der Küste. Dies stellte sich aber als äußerst vorteilhaft heraus, da so, nach einer Begrüßung durch den zu dieser Zeit noch amtierenden Bürgermeister und einer Übergabe des Stadtwappens an Dominik, eine große Zahl von Besuchern unserem Auftritt beiwohnen konnte.

Nachdem wir unsere Instrumente in der Town Hall verstaut hatten, konnten wir die Stadt auf eigene Faust erkunden. Viele wandten sich dem kulinarischen Angebot der Hafenstadt zu und gönnten sich üppige Portionen an Fish and Chips. Doch lange hatten wir nicht Zeit, denn der nächste Programmpunkt stand schon auf der Tagesordnung, eine Küstenrundfahrt. Diese war, wie zuvor angekündigt, keine Vergnügungsfahrt, da uns starker Wellengang erwartete. Dennoch hatten gerade die Musikerinnen und Musiker am Bug des Schiffes den meisten Spaß, auch wenn sie das ein oder andere Mal nass vom salzigen Meerwasser erwischt wurden. Entlohnt wurden alle mit dem fantastischen Ausblick auf die kleinen Inseln und die Robben, die am Ende der Fahrt auf einem Felsen nur auf uns zu warten schienen.

Die Heimfahrt nach Llandrindod wurde dann nur noch unterbrochen von einem fantastischen Essen im Plough Hotel in Landeilo. Erschöpft kamen wir schließlich wieder am See an, wo uns unsere Gasteltern bereits erwarteten. Müde fielen die meisten sofort ins Bett, denn am nächsten Morgen sollte es schon wieder früh losgehen.

Auftritt vor dem Millennium Centre in Cardiff

Das Orchester beim Auftritt vor dem Millennium Centre in Cardiff.

Cardiff, die Hauptstadt von Wales, war unser Ziel für diesen Montag und so machten wir uns erneut vom See in Llandrindod mit dem Bus auf zum nächsten Auftritt. Erneut änderte sich unsere Planung etwas, sodass unsere Freizeit in der Stadt vorgezogen wurde und wir uns erst danach zum Millennium Centre begaben. Dort spielten wir zunächst zwanzig Minuten vor dessen Eingang unter dem Dach. Doch erneut wurde unser Plan leicht abgeändert: Nachdem eine Mitarbeiterin des Sicherheitspersonals des Centres bei uns nachgefragt hatte ob uns die herrenlose Tasche im Kinderbereich gehöre und wir dies mit einem klaren „No“ beantworteten ging es erst richtig los. Denn nur kurze Zeit später bat uns eine freundliche Polizeibeamtin unser Zeug zusammen zu packen. Uns wurde schnell bewusst, dass das wohl mit der Tasche zusammen hängen musste und so setzten wir uns etwa 50 Meter entfernt vom Centre auf den uns nun neu zugewiesenen Platz und beendeten unseren Auftritt ohne größere Zwischenfälle und konnten den Vorfall wohl noch nicht ganz realisieren.

Anschließend mussten wir schon wieder weiter, da noch der letzte Auftritt auf unserer Reise auf uns wartete. So ging es mit kurzer Pause zurück nach Llandrindod in die Holy Trinity Church, wo wir unser Kirchenkonzert geben wollten. Elegant in schwarz und weiß gekleidet brachten wir nun die zuvor in gemeinsamen Proben mit den Gastmusikern geprobten Stücke zum Besten. Gemeinsam mit den sehr schönen und besinnlichen walisischen Gesangsstücken und einem in deutscher Sprache des örtlichen Chores „Ffrindiau“ wurde das Konzert zu einem großen Erfolg und kam sehr gut bei den etwa 200 Zuhörern in der wunderschönen Kirche an. An unser Konzert schloss sich ein vielfältiges und köstliches kaltes Abendessen an, das wir mit großem Hunger dankend zu uns nahmen. Spontan brachten wir dann noch unser, in Wales nun sehr beliebtes, Hoch Badnerland gesanglich zum Besten. Zum letzten Mal begab man sich zurück zu den Gasteltern und schlief sich nochmals richtig aus um gewappnet für die bevorstehende, lange und harte Fahrt zu sein.

Am nächsten Tag, dem Dienstag, versammelten wir uns um 11 Uhr im Hotel Metropole um die letzte gemeinsame Mahlzeit mit unseren Gastfamilien einzunehmen. Beim Brunch tauschte man sich nochmals über Gott und die Welt aus und genoss das typisch britische Frühstück. Nach Dankesworten von Dominik, Rob und Sibylle Hummel hieß es dann leider Abschied nehmen. Der Bus wurde beladen und es ging nach Umarmungen und Verabschiedungen los in Richtung Heimat. Auf dem Rückweg wurden auch wieder Häppchen serviert und viel Binokel gespielt. Leider standen wir im Stau, weshalb der geplante, kurze Aufenthalt in London in eine kommentierte Sightseeing Tour im Bus umfunktioniert wurde. Danach ging es in Richtung Dover um auf unsere Fähre zu gelangen. Glücklicherweise hatten nicht nur wir sondern eben auch die Fähre Verspätung, weshalb wir spät in der Nacht noch aufs europäische Festland übersetzen konnten. Von Calais aus ging es dann sehr zügig mit einigen wenigen Zwischenstopps in Richtung Heimat. Kurz vor dem Ende unserer Reise präsentierte uns Theresia Kühne noch das selbstgeschriebene Gedicht über unsere Fahrt, bei dem jeder noch einmal die ereignisreichen Tage Revue passieren lassen konnte. Wohlbehalten aber sehr erschöpft erreichten wir unseren Proberaum in Grombach um kurz nach 10 Uhr am Mittwochmorgen.

Die Fahrt war für alle ein tolles Erlebnis und schon jetzt freuen wir uns alle darauf uns in zwei Jahren eventuell wieder auf die Reise zu machen.

Gruppenbild unserer Reisegruppe mit den Gasteltern aus Llandrindod Wells, Wales

Das letzte Gruppenbild vor dem Abschied zusammen mit den Gasteltern aus Llandrindod Wells, Wales.

Danken möchten wir auf diesem Wege Rob Shelton, Sibylle Hummel und unserem Vorstand Dominik Voll für die Planungen dieser wunderbaren Reise, die über ein Jahr lang gedauert haben. Dank gilt ebenso unseren beiden Busfahrern Klaus Kilgus und Reiner Bodemer von der Firma Hofmann aus Bonfeld, sowie dem gesamten Partnerschaftsförderverein von Bad Rappenau und der Llandrindod Twinning Association, ohne die der reibungslose Ablauf nicht möglich gewesen wäre. Ein besonderer Dank geht auch an die zahlreichen Gastmusiker aus Kirchardt, Biberach, Ehrstädt und Bad Rappenau, die elementar dazu beigetragen haben diese Reise auch musikalisch möglich zu machen. Ebenso danken wir unseren wundervollen Gasteltern, die uns so vorbehaltlos und herzlich aufgenommen und kulinarisch verwöhnt haben.

Wem dieser sehr ausführliche Bericht über unsere erlebnisreiche Reise zu lang oder zu prosaisch ist, kann sich unser Reisejournal auch in lyrischer Form ansehen. Unter http://mvgrombach.de/2015/08/22/die-wales-fahrt-mit-dem-musikverein-grombach-ein-lyrisches-reisejournal/ findet man das Gedicht über unsere Wales Reise von Theresia Kühne, Mitglied des Partnerschaftsfördervereins Bad Rappenau.